Wut tut gut

Wut tut gut!

Ja ist es denn mit dem positiven Denken jetzt ganz vorbei? Nein, nein, keine Bange, positives Denken darf man ruhig beibehalten. Neuste Untersuchungen zeigen jedoch, dass ein Wutausbruch ein verständlicher Akt ist, um der vermeidlichen Ungerechtigkeit, oder der Benachteiligung Ausdruck zu verleihen. Zorn und Wut ist in der Menschheit nicht wegzudenken. Denken Sie zum Beispiel an politische Protestbewegungen, schon der Streit im Kindergarten und Schule, die Auseinandersetzungen in den Stadtvierteln oder in den Dörfern.

Auch in der Partnerschaft geschäftlich wie auch privat ist die positive Wirkung nicht zu bestreiten. Weil der Zorn wie ein Gewitter eine reinigende Wirkung hat. Man verschafft sich so das notwendige Gehör bzw. Aufmerksamkeit.

Es ist aber immer ein schmaler Grad. Zum Streiten gehören ja bekanntlich immer zwei. Somit hat der Wutausbruch eine Wechselwirkung zur Folge. Zuerst der Wütende – gerät er zu sehr in Rage oder will er sich nur Luft machen ohne an eine Lösung zu denken. Zum Zweiten – hört der Gegenüber zu und ist aufmerksam oder ignoriert er die Wut des anderen. Daraus ergeben sich mehrere Möglichkeiten, ob der Wutausbruch eskaliert oder in konstruktive Bahnen gelenkt wird.

Übrigens – Derjenige der schon mal sich das Recht herausnimmt wütend zu sein wird in der Rangordnung höher eingestuft, als jemand der sich das nicht zutraut.

Es gibt also ein paar einfache Grundsätze um erfolgreich wütend zu sein.
a. Die Wut muss im Zaum bleiben.
b. Die Wut muss konstruktiv sein.
c. Die Wut darf den Anderen nicht erheblich verletzen.
d. Der Wütende sollte sympathisch sein.
e. Der Wutausbruch muss die seltene Ausnahme bleiben.

Das letzte prominente Beispiel, wahrscheinlich haben Sie auch schon daran gedacht, war Rudi Völler in seiner Wutrede. Mensch ist der abgegangen. Und da waren ein paar böse Ausrutscher unter die Gürtellinie dabei. Und was waren die Reaktionen, nachdem der erste Schock gelegt hat. Die Mannschaft spielt besser Fußball, Hartmann ist netter, Netzer ist netter und die Öffentlichkeit reagiert zuerst mit erschrockenem Verständnis und dann mit einem deutlichen Plus an Sympathie. Interessant, oder?

Hauptsache der Wüterich ist im Rahmen, und authentisch.
Motto: Lieber echt wütend, als unecht freundlich.

Also machen Sie sich ruhig schon mal Luft, es befreit unter der den oben genannten Vorraussetzungen brauchen Sie dann später auch nicht viel schlechtes Gewissen. Und wenn man sich dann schon mal so einen kleinen Ausrutscher geleistet hat, dann fällt es einem danach scheinbar ganz automatisch viel leichter eine Zeit lang wieder ganz nett und locker zu sein. Wenn nämlich die Wut weg ist, ist mehr Platz für andere Gefühle da wie Trauer und Liebe. Und Liebe ist ohne jede Frage das schönere Gefühl.
Mit erleichterten Grüßen
Ihr

Karl-Werner Schmitz

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